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Stromversorgung der Insel Sylt komplett auf Erdverkabelung umgestellt

19.05.20 - Dank grabenloser Technik fließt der elektrische Strom auf der nordfriesischen Insel Sylt bald nur noch unter der Erde. Um die Stromversorgung zu optimieren und mehr als 7 Kilometer 60.000-Volt-Freileitung abbauen zu können, hat die Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) stolze 16,5 Millionen Euro investiert. Für die neue unterirdische Versorgung wurde eine rund 800 Tonnen schwere und 15 km lange 110.000-Volt-Starkstromleitung vom Festland durch den Grund der Nordsee und von dort über ein neues Hochspannungslandkabel bis zum Umspannwerk Keitum auf der Insel fortgeführt. Die Verlegung der Schutzrohre für die Anbindung des Seekabels im Watt und für die Stromtrassen auf der Insel war ein Fall für die Nodig-Profis von Paasch Rohrleitungsbau, die dafür hauptsächlich das HDD-Verfahren einsetzten.

Grabenlose Technik schützt Weltnaturerbe

Sylt ist die größte der deutschen Nordseeinseln und nach Rügen, Usedom und Fehmarn die viertgrößte Insel Deutschlands. Das schmale Eiland erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung gelegen vor den Küsten Schleswig-Holsteins und Dänemarks. Knapp 18.000 Einwohner teilen sich eine Fläche von 99 km2 mit durchschnittlich einer dreiviertel Million Urlaubern pro Jahr. Seine große Beliebtheit als Reiseziel verdankt die Insel einem ganzjährig milden Klima, vierzig Kilometer weißem Sandstrand mit hohen Dünen, markanten Kliffen und hervorragenden Wassersportmöglichkeiten, dem Wattenmeer und einem über die Region hinaus bekannten, regen Nachtleben. Die Hälfte dieses typisch nordfriesischen Naturraums mit seiner artenreichen Flora und Fauna steht unter strengem Schutz. Zu den geschützten Gebieten gehören Dünen- und Heidelandschaften, Kliffs und Binnengewässer und natürlich das Wattenmeer als Teil des gleichnamigen Nationalparks und des UNESCO-Weltnaturerbes.

Dass die mehr als zwei Kilometer Leerrohrtrasse auf der Insel nicht in der offenen Bauweise verlegt werden konnten, ist leicht nachvollziehbar. So lag es nahe, dass die Firma Paasch die grabenlose Bauweise vorschlug, als diese Arbeiten im Herbst 2018 vergeben wurden. Die Rohrleitungsbauer aus Damendorf haben die NODIG-Technik getreu dem Firmenmotto „Wir lösen das“ schon mehrmals erfolgreich in den sensiblen Küstenregionen von Nord- und Ostsee eingesetzt. Dazu gehören so spektakuläre Projekte wie die Erneuerung der kompletten Stromversorgung für die Hallig Nordstrandischmoor, die Neuverkabelung eines Leuchtturmes auf der Lotseninsel Schleimünde oder der Anschluss eines neuen Pegelmessers an der Elb-Küste in Krautsand. Auch bei dem Sylter Projekt konnten sie den Auftraggeber von ihrer Professionalität und den wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen der grabenlosen Verlegetechniken überzeugen.

Nachdem alle bau- und naturschutzrechtlichen Genehmigungen erteilt waren, konnten die Firma Paasch im Frühsommer 2019 mit den Arbeiten auf der Insel im Ortsteil Keitum beginnen. Ihr Auftraggeber war die Firma Christophers, die das rund 800 Tonnen schwere Seekabel zwischen Festland und Insel im Auftrag der SH-Netz später mit einem riesigen Kabelpflug mit dem schönen Namen „Nessie“ verlegen würde. Um sicherzustellen, dass der geschützte Naturraum mit seinen Vogelbrutgebieten nicht gestört wird, wurden alle Arbeiten von einer Naturschutzgesellschaft begleitet und überwacht.

Anspruchsvolle Trassenführung

Die Trasse durch das sensible Ökosystem für insgesamt 2.100 Meter Starkstromkabel war in mehrere Abschnitte unterteilt und hatte es in sich. Auf ihrem unterirdischen Weg von der Übergabestelle des Seekabels im Watt bis zum Umspannwerk Keitum kreuzte sie Wälder, Feuchtbiotope, Salzwiesen und den Hindenburgdamm, der Syltmit demFestland verbindet. Bis auf die Unterquerung des Bahndamms wurde alle Bohrungen im HDD-Verfahren durchgeführt.

Der Hindenburgdamm ist eine Lebensader der Insel und vor allem für den Tourismus wichtig. Anders als viele andere Nordseeinseln ist Sylt nicht autofrei und man erreicht das Eiland vom Festland mit dem PkW nur mit dem Autozug, der über den Bahndamm nach Westerland fährt. Die Strecke ist hochfrequentiert. Ein roter und ein blauer Autozug pendeln in der Hochsaison täglich bis zu 44 bzw. 26 Mal zwischen Festland und Insel und auch die Personenzüge nutzen diese Strecke tagtäglich. Um die Stabilität des Hindenburgdamms nicht zu gefährden, sollten die Leerrohre darunter nach Vorgabe der DB nicht im gesteuerten Bohrverfahren verlegt werden. Stattdessen sollte ein Stahlrohr DA 500 im Bohrpressverfahren über die kurze Distanz von 60 m gerade unter dem Damm hindurchgepresst werden. Aus dem gleichen Grund verbleiben auch die alten Stromkabel, die nach der Inbetriebnahme des neuen Seekabels stillgelegt werden, im Hindenburgdamm.

Der Großteil der Trasse wurde jedoch im Horizontalspülbohrverfahren mit einem GRUNDODRILL 18ACS durchgeführt. Das steuerbare ‚All Condition System‘ mit rund 180 Tonnen Schub- und Zugkraft wurde speziell für komplexe und wechselnde Geologien entwickelt und war somit genau das richtige HDD-Gerät für die Bohrungen in bzw. unter der geschützten Landschaft. Der heikelste Teil dabei war die Aufnahme des Seekabels. Dafür war eine 150 m lange PE-Rohrleitung DA 355 mm vom Watt aus zu verlegen. An Land sollte das Starkstromkabel in drei Leitungen aufgeteilt werden, so dass ab diesem Punkt drei Leerrohre DA 160 mm von einem sogenannten Muffenschacht auseinzuziehen waren. In diesem Verbund wurden drei weitere Leerrohre DA 50 mm für die zukünftige Aufnahme von Glasfaser- und Fernmeldekabeln über 250 m Länge bis zum Bahndamm verlegt. Hinter dem Bahndamm war das 6er-Rohrbündel entlang bis zum Umspannwerk weiterzuführen.

HDD-Profis meistern alle Herausforderungen

Die Paasch-Bohrcrew arbeitete sich stetig aber zügig entlang der Trasse vor. Diese verlief von der Ingiwai-Wiese am Strand unter dem Bahndamm und der Kreisstraße K117 hindurch bis zur Koogstraße und von dort aus erneut unter der K117 hinüber zur einer Bushaltestelle und dann parallel zur Bahnstrecke unter einem Parkplatz bis hoch zum Umspannwerk Keitum. Diese etwas komplizierte Trassenführung mit zweimaliger Unterquerung der Kreisstraße war notwendig, weil zuvor zwischen Bahndamm und Straße nicht genug Platz für die neuen Stromkabel war.
Als erstes wurde im Mai 2019 das Rohrbündel 3 x Da 160 SDR 11 + 3 x Da 50 über eine Gesamtstrecke von 975 Metern in Abschnitten 125, 100,110, 150, 135, 95 110 und 90 m vom Umspannwerk parallel zu den Bahngleisen und unter dem Radweg bis zum Bahndamm verlegt. Dann folgte die 450 m lange Strecke vom Bahndamm bis zum Muffenschacht in Einzelbohrungen von 150, 160 und 140 Metern. Der GRUNDODRILL 18CAS und die erfahrenen Bohrprofis meisterten diese Aufgaben durchweg ohne Probleme. Schwierig sollte es erst zum Schluss werden.
Die heikelste der HDD-Bohrungen nahm das achtköpfige Team in den ersten Junitagen als letztes in Angriff: die Anlandungsbohrung d. h. die Verlegung des Leerohres DA 355 mm zur Aufnahme des Seekabels im Watt bis zum Muffenschacht. Hier war besondere Umsicht und präzises Timing geboten. Die Gezeiten ließen das Arbeiten nur innerhalb bestimmter Zeitfenster zu und das Watt durfte in Teilen nicht betreten oder durch Fahrzeuge belastet werden. Die 150 m lange Pilotbohrung klappte innerhalb eines Tages reibungslos und zielgenau, doch beim Rohreinzug am folgenden Tag versank der Wattbagger, der das schwere PE-Rohr halten sollte, in dem weichen Untergrund und konnte nur unter Mühen wieder geborgen werden. Die Arbeiten mussten einige Zeit pausieren und die Pläne neu überdacht werden. So kam es, dass ein Tauchschiff die Aufgabe des Wattbaggers übernahm, mit dessen Hilfe das 355mm-Rohr schließlich eingezogen wurde.

Freileitungen adé auf Sylt

Als dann einige Zeit später das Rohrbündel in nur einer Nacht unter dem Bahndamm durchgepresst wurde, war die neue Stromtrasse auf der Insel komplett. Im Oktober wurde dann das Seekabel mit dem Kabelflug ‚Nessie‘ vom Festland bis zur Inselküste im Meeresgrund verlegt. Die Spezialmaschine ist ein etwa 18 Meter langes, über zehn Meter breites, 91 Tonnen schweres Raupenfahrzeug mit einem Vibrations-Pflugschwert, mit dem das rund 15 Kilometer lange und 800 Tonnen schwere Seekabel zwischen Festland und Sylt zirka anderthalb Meter tief ins Watt ‚eingerüttelt‘ wurde. Jetzt ist die Stromversorgung der Insel langfristig gesichert und die mehr als 60 Jahre alten Freileitungen können zurückgebaut werden.
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